Aus dem Leben eines Tourenleiters (2)


Hörmal, das glaubste nicht, frontaler Westwind 4 bft mit Böen bis über 40 Km/h … an leichten Steigungen (alles was steiler ist als die Oberfläche unsere Baggerseen, ist für mich eine Steigung) – ich kam mir vor, als würde ich im 5. Gang die Eiger Nordwand hochfahren. Im 2. Gang das Tretlager zum glühen gebracht und nicht vorwärts gekommen, wird Zeit, das der Wind hier wieder nachlässt.

Aber, ich wollte ja von meinem ersten Ausritt erzählen …

Die Strecke entlang am Rhein zu einem schönen Aussichtpunkt, ca 10Km entfernt hat man mir gesagt. Das Fahrrad meiner Tochter aus der Ecke geholt (sie ist früher mit dem Rad gefahren, steht nun schon ne Zeit herum, das Fahrrad meine ich), fast keine Luft in den Reifen und eine Menge Staub auf dem Rad. Also erst mal sauber gemacht und die Reifen aufgepumpt. Noch eine alte Lenkradtasche gefunden und gleich anmontiert, ich muss ja irgendwo meine Verpflegung (Flasche Wasser) unterbringen. Räder drehen sich, Sattelhöhe passt ungefähr und die Bremsen funktionieren auch – also nicht lange gezögert und losgefahren.
3.Gang – 4.Gang – 5.Gang – klappt doch, geht doch, fährt sich doch prima. So habe ich mir das vorgestellt. Nach 2 Km tun mir die Knie weh, nach 3 Km schmerzen die Oberschenkel … was tue ich mir da überhaupt an? Das ist doch der Grund, warum ich kein Fahrrad fahren mag … ich könnte das Teil in den Graben werfen und nach Hause laufen. So ein Mist, das hatte ich mir ganz anders vorgestellt!

Egal, Zähne zusammengebissen und weiter. Die Gegend rast an mir vorbei, mit einem Schnitt von ungefähr 16 Km/h. Die Schmerzen in den Oberschenkeln nehmen zu, die Knie tun nicht mehr weh … wenigstens ein kleiner Hoffnungsschimmer. Der Tacho zeigt schon über 10 Km an und ich bin noch nicht angekommen, in der Ferne kann ich die Türme der Aluminiumfabrik in der Nähe des Aussichtspunktes sehen. Ich verwerfe meine Gedanken den Erfinder des Fahrrads umzubringen wieder und gebe alles um mein Ziel zu erreichen. Nach insgesamt 1 Stunde aktiver Fahrzeit und mehreren kurzen Pausen habe ich mein Ziel erreicht, der Tacho zeigt 15,5 Km an. Nach dem Absteigen sacken mir fast die Beine weg, ich setzte mich erst einmal und mache eine ausgiebige Pause … 2 Zigaretten, einen halben Liter Wasser … nach 30 Minuten Aussicht genießen entschließe ich mich den Rückweg anzutreten.
Wieder fliegt die Landschaft an mir vorbei, jetzt tun mir nicht nur die Oberschenkel weh, jetzt macht sich auch noch mein Hinterteil bemerkbar … immer öfter muss ich aus dem Sattel, weil es so weh tut. Ich hasse Fahrräder, ich hasse Rad fahren, warum tue ich mir das überhaupt an und das auch noch freiwillig? Die Frage stelle ich mir heute auch wieder mal …
Fazit: 30,5 Km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15,56 Km/h geradelt, aktive Zeit 1:57:34 dabei 982 kcal verbraucht – da geht doch noch was, aber davon ein anderes Mal.

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