Bericht: Radtour – 窝囊废 ! Zwiebelsuppe und Kuchen

An der Schleuse Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Dank wasserbindender Oberflächen Einkehr An der Schleuse Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Dank wasserbindender Oberflächen Einkehr An der Schleuse Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Sturm war angesagt für den Donnerstag in der 10. Kalenderwoche und heftige Regenschauern. So war denn der Fatrofüh etwas überrascht, als sich doch ein paar weitere Radler gelb bewestet dem Sammelplatz, Rathaus Voerde, näherten. Damit wurde aus dem Fatrofüh ein schlichter Tourenleiter. Pünktlich wie immer machten wir, die paar Radellustigen uns auf. Ein heftiger Sturm schob uns am Kanalufer entlang. Wen wundert‘s, dass wir daher viel zu früh an der Schleuse in Hünxe eintrafen. Da hatten wir nun derer zu harren , die noch kommen sollten.
„Warum so wenige?“ fragte einer sehr tiefsinnig, Betrachtungen allgemeiner spezieller Art anstellend, derweil ein Schiff blubbernd die Schleusenkammer verließ. Die Daheimgebliebenen klassifizierte jemand als „Weicheier“. Hier stocke ich, weil ich mich schon früher einmal über dieses Thema ausgelassen habe, wie ich meine. Immerhin ist interessant, dass es nach Google im Englischen, und das muss man ja als Radfahrer mittlerweile als ADFC-Mensch beherrschen, SOFTY heißt, oder auch SISSY, wobei ich sogleich an die „junge Kaiserin“ denke.

Haben die Türken das deutsche Wort übernommen, sprechen die Italiener von BUONO A NULLA oder RAMMOLLITO, und das ist männlich(!). Bei 4,1 Mrd. Chinesen, sollte man sich auch mit deren Idiom vertraut machen: 窝囊废. Natürlich fehlten mir an der Schleuse die Hilfsmittel, dem Begriff „Weichei“ in aller gebotenen Gründlichkeit nachzugehen. Der Duden hat das Wort jedenfalls erstmals im Jahr 2000 aufgenommen. Dass wir denn trotz der Wetterlage losgefahren sind, hat weniger mit „Weichei“, als mit Masochismus zu tun, worüber ich mich vielleicht später einmal auslasse1). Wir hätten ebenso gut zu Hause bleiben können: 窝囊废 !!

Einkehr An der Schleuse Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Einkehr An der Schleuse Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

In Gahlen radelten wir ein kleines, mir bis dahin völlig unbekanntes Wegstücklein, passierten die Pellets-Halde, als wenig später wieder ein heftiger Guss auf uns herab rauschte. Rechts hatte man es kommen sehen: eine Regenwand – ich sage „Wand“! -, und so pladderte es auf uns herab. Wer wollte es uns verübeln, dass wir nicht wie ursprünglich vorgesehen die Gastronomie von Grafenmühle aufsuchten, sondern das nun in der Nähe liegende Schwarze-Heide-Flughafen-Restaurant.
Zwiebelsuppe gab es unter anderem. Sie sei, so sprach der Kellner, Anziehungspunkt für Gäste aus der Nähe und Ferne. Beim Kuchen hätte mich das allerdings gewundert. Der war „der Brüller“ nicht. Da saßen wir nun, derweil draußen unversehens die Sonne zu scheinen begann, und kommunizierten. In einer so kleinen Runde, ohne Menschen mit Hörproblemen in der Nähe, die sich nur schreiend unterhalten können, waren Erlebnisse mit und ohne Fahrrad Thema.

Auf vertrauten Wegen ging es dann zurück bis Lohberg. Dort pausierten wir noch einmal in der Nähe der neuen Wohnquartiere, und hernach zerbröselte die kleine Gruppe wie üblich.

1) vgl . 3. Kalenderwoche

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