Bericht – Radtour: Alpen – nicht über die sondern nach


Zugegeben, es war kalt am Donnerstag, dem Tag des Radelns. Minusgrade. Gleichwohl fanden sich siebzehn Bewegungshungrige ein. Alpen als Ziel? Das Städtchen auf der anderen Rheinseite? Schon hundert mal angefahren, Strecke bekannt: Über den Rhein, dann rechts, links … „Ist das nicht kalt?“ rief irgend ein Budberger Individuum uns, den vorüber Radelnden mitfühlend zu. „Nein, wir sind doch keine Weicheier“, gab jemand zurück – oder sagte man sich das selbst mit vom Stolz geschwellter Brust?
„Weicheier“, in der Sprache der Wissenschaft „ovis mollis“, in der Sprache des Volkes sind es die
„Warmduscher“. Nein wir waren schon oder wurden mit der Zeit zu harten „Eis-Eiern“. Weil das
keineswegs ein Behagen auslösendes Gefühl mit sich bringt, sollte, nein, muss man etwas dagegen
unternehmen, z.B. schneller fahren oder sich in wärmere Außentür-Textilien (Outdoor ….) einwickeln.
Ersteres bringt Kästchenfahrern und -fahrerinnen verständlicherweise nichts als einen schnell ermattenden
Akku, die anderen, nicht mehr ganz jung an Jahren, werden alsbald erschlaffen.

Rettung kam von NN. Wer ist NN? mögen frau und man nun fragen. NN ist nemo nemo, d.h. niemand, niemand, bedeutet mithin „irgendjemand“. NN bringt also die Rettung. Beim nächsten Halt kein Kästchen für alle, keine Außentür-Textilien für jeden, sondern ein dreißig prozentiges, italienisches Erzeugnis mit 202 jähriger Tradition: Ramazzotti! Man taut auf, prostet sich mit einem Tröpfchen des Trunkes versehen zu, wünscht NN alles Gute usw., was man eben zu einem 75. Börsdei zu wünschen pflegt, und will weiterziehen, sicherlich flotter als die karnevalistische Karawane, bei der der „Sultan“ zur nächsten Kneipe strebt.

Wir streben nach Alpen zur Seniorenresidenz, so nennt sich das ja heute statt „Siechenhaus“, wie es die Niederländer schonungslos bezeichnen („Ziekenhuiz“). Wir suchten da natürlich keine dauerhafte Unterkunft – noch nicht -, aber es zog uns zu dem diesem Etablissement angeschlossenem Cafè.

Der Aufbruch verzögerte sich jedoch, weil der Verschluss der Buttel verschwunden war. Nichts verschütten! Um Himmels willen! Also auf Ex trinken? Koma-Saufen? Verschluss finden? Nichts davon. NN entwickelt eine für alle erträglichen Problemlösung und die „Karawane zieht weiter“.
„Einkehr“ und Weiterfahrt verliefen störungsfrei und ohne Verzögerung. Am Ende waren es etwa 60 km.

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