Bericht: Radtour – Angelparadies Schoell (Fisch Bruno)

Forelle bei Bruno Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Wie herum zum Fisch-Bruno? – anders! 

Da sprach ich zu meiner Männin: „Heute“, so sagte ich, „werde ich wohl allein fahren. Und dann komme ich gleich zurück.“ Aber es kam anders. NN1 tauchte auf und nach ihm noch adere, und eine Gästin aus Xanten. War mithin nix mit schneller Rückkehr, musste den Tl machen. Da gab es kein Vertun. So starteten wir „anders herum“, von B nach A und nicht wie sonst von A nach B. Am Lippeschlösschen gesellten sich noch weitere Radler dazu und am Alten Wasserwerk ein letzter.

Wenn man die Struppigkeit von Wegen klassifizieren würde, würde ich ein Stück in Güteklasse drei einreihen, die anderen in eins und zwei. Frage: Was wäre fünf? Das wäre tiefer Sand mit Bäumen, die quer über dem Weg liegen. Vier: Trampelpfad mit matschigen Abschnitten usw. Was will ich damit sagen? Es war eine harmlose Tour. Doch auf dem Wegstück Klasse drei verlor NN2 den Geschwindigkeitsmesser, hieß den in der Nähe Fahrenden weiter zu radeln. Der wiederum informierte den TL, also mich, über die „Störung im Betriebsablauf“. Wir warteten eine Weile. Es begann zu tröpfeln, wie es der Wetterbericht angekündigt hatte.  „NN2 kennt den Weg zum Fisch-Bruno“, sprach jemand. Als NN2  nicht auftauchte, setzten wir die Fahrt fort.

Der weitere Weg in der Güteklasse zwei, erlaubte es, miteinander zu kommunizieren, man könnte auch sagen, zu quatschen. Nun glaube niemand, nur Urlaub, Magurabremse, Wetterlage und ähnliche Plattheiten seien bei den Radelnden die einzigen Themen. Nein, aus Fakten, dem bodenlosen Fass menschlichen Versagens entnommen, wurden Klagegesänge formuliert über Stickoxydwerte, Managergehälter, Geldgier, gesellschaftliche Ungerechtigkeit bis hin zur politischen Unfähigkeit der gegenwärtigen  Regierung, und das in aller Breite, von keinem Schlagloch oder Drängelgitter unterbrochen. Es klang wie eine aktualisierte, d.h. in die Gegenwart verlegte, biblische Apokalypse mit depressiver Tendenz. Daran mag ein jeder / eine jede erkennen, dass es gleichsam ein gemächlicher und entschleunigter Ausflug zu Fisch-Bruno per Rad war, der für solche Gedankenausflüge Zeit und Raum bot.

Dass es unterdessen immer weiter tröpfelte, tat der Stimmung keinen Abbruch. Bei einem Halt unter der Autobahnbrücke kam mir der Gedanke, den Regenschutz anzulegen. „Nein, ist nicht erforderlich,“ meinte NN, „nur sieben Millimeter Regen sollen es laut Wetterradar werden.“ Sollte das ausreichen, meine Außentür-Kleidung (Outdoor-Equipment) zu durchnässen, sie gar zu durchweichen? Wohl kaum. Also ließen die meisten wie auch ich die Regenschutzartikel dort, wo sich waren, in den Packtaschen. Andere dagegen „trauten dem Braten nicht“, wie es im Volksmund heißt.

Schutzhütte am Jakobsbrunnen Foto: Rolf Büssemeyer

Schutzhütte am Jakobsbrunnen Foto: Rolf Büssemeyer

Der Weg führte dann zum Jakobsbrunnen, den die Teilnehmer von der letzten Peterchens Mondfahrt-Tour nicht wiedererkannten, ja, nicht wiedererkennen konnten. Preisfrage: Warum nicht? (Die Lösung findet sich am Ende dieses Gedankenergusses.) Dort nun hielten wir an und erinnerten uns, was es mit dem Namen auf sich hat:

Der mitten im Dämmerwald liegende Jakobsbrunnen wurde vor gut 100 Jahren von einem ortsansässigen Bauern namens Jakob angelegt. Damals wurde immer mehr Nadelholz als Grubenholz im Dämmerwald geschlagen und mit Pferden und Ochsen aus dem Wald bis zur Lippe oder dem nächstgelegenen Bahnhof (1874 wurde die Strecke Wesel-Haltern eröffnet) transportiert. Der heute an einer zentralen Wanderwegkreuzung gelegene Brunnen diente als Viehtränke für die Zugtiere. Gespeist wurde die Tränke mit Grundwasser. (Wikipedia)

Bei Fisch-Bruno empfing uns die für der Gäste Wohl zuständige Frau so, dass man meinen konnte, sie habe ihre

Angelteiche Schoell Foto: ADFC Dinslaken

Angelteiche Schoell Foto: ADFC Dinslaken

gastronomische Ausbildung in einem HO-Restaurant der DDR genossen: Kratzbürstig! In dem Raum umfing uns dann nach des Waldes  Dunst, Kühle und Feuchtigkeit wohlige, wohltuende Wärme. Daher nahmen vermutlich auch alle die spezielle Eigenart der uns nun Bedienenden gleichmütig in Kauf und ließen sich Getränke wie Speisen aus dem recht übersichtlichen Angebot reichen.

Von Fisch-Bruno führte der Weg in der Hauptrichtung nach Süden, in Richtung Heimat. Aus verschiedenen Gründen, die zu nennen wohl nicht notwendig ist, statteten wir dem Tretwasserbecken, in dessen Nähe wir vorüber kamen, keinen Besuch ab, um die Füße zu kühlen.  Wenn auch kein röhrender Hirsch den Abschluß des Radausflugs krönte, so war es doch ein Rudel Hochwild mit einem beweihten Hirsch, das sich uns zeigend lautlos den Weg nahe dem Mesenhof kreuzte. Wie erwartet und auch verständlich, löste sich die Gruppe von der Wilhelmstraße an langsam auf, weil es nun jeden nach Hause trieb. Nach 60 km kam ich letztendlich doch allein zum Rathaus Voerde.

LÖSUNG                                                                                                                                     

 

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