Bericht: Radtour – Bauer Wilm‘s und anderes

Bauer Wilms Foto: Harald Joswig, ADFC Dinslaken-Voerde

Immer wieder Regen Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Immer wieder Regen Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Da sind wir wieder gefahren, wie alle Donnerstage. An dem der 14. Kalenderwoche waren es eben mal 65 km – oder ein paar mehr, ein paar weniger? Also wir sind gefahren, wenn das Wetter auch nicht gerade der „Brüller“ werden wollte, Brüllhitze schon gar nicht, eher mit einer Tendenz zur sprichwörtlich sibirischen Kälte. Das Wetterradar ließ niemanden im Unklaren darüber, dass bei dem bedeckten Himmel spätestens gegen Mittag mit Niederschlag zur rechnen sei. 40 % sollten es sein, später 80%. Gleichwohl fanden sich letztendlich siebzehn Bewegungshungrige ein, wobei ein Teil der Fahrzeuge mit einem elektrischen Gegenwindumwandler ausgestattet waren.

Der Start verlief von einem kleinen Sturz des Tourenführers abgesehen so problemlos, dass wir schon um 10.50 Uhr und nicht erst, wie angegeben,  um 10.55 Uhr an der Wassermühle in Hiesfeld eintrafen. Dort harrten noch zwei weitere Gesellen unser. Von da aus zeigte das Navi den Weg zu einer Halde bei Grafenmühle, die in den letzten Jahren erst entstanden ist und deren Entstehungsprozess auf einem Hinweisschild sehr euphemistisch als „Landschaftsumbau“ bezeichnet wurde. Heute liest man auf dem Straßenatlas Rhein-Ruhr „geplantes Landschaftsbauwerk Schöttelheide“. Daselbst war nun unversehens der Weg derart versperrt, dass selbst ein

Ungeplante Umleitung Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Ungeplante Umleitung Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

unangepasster und widerspenstiger Radfahrer das Hindernis weder um- noch überfahren konnte. Er oder sie hatte sich vielmehr mit einem einsamen Richtungspfeil zu begnügen. Erfahrungsgemäß  traut man der Intelligenz von Zweiradfahrern bei weitem mehr zu als der von Wagenlenkern. Diese finden bei Umleitungen überall Weg- und Hinweisschilder, jene müssen in der Regel sehen, wie sie bei Sperrungen den weiteren Weg zum Ziel finden. Dieses Mal hatte der Vorausfahrer die teilweise etwas problematischen Oberfläche des Weges nicht bewusst oder gar gezielt angesteuert. Gleichwohl erreichten alle nach einer durch eine Reifenpanne verursachten kurzen Unterbrechung wohlbehalten Bauer Wilm’s (ja, so und nicht anders firmiert jener) gastronomisches Unternehmen.

Von einem landwirtschaftlichen Betrieb war und ist kaum noch etwas zu sehen. Wo einst Rindvieh lagerte und fraß – oder waren es Schweine? – tafeln jetzt Ausflügler, Radler wie wir oder Hochzeitsgesellschaften bei gepflegtem Ambiente und Preisen. Die Bedienung zeigte zwar noch Freundlichkeitsdefizite, aber sonst gab es keine zum Gründe zur Klage. Einst sei es, so erinnerte sich NN, zu einem Eklat gekommen, als der Diensthabende, der Chef oder wer auch immer auf die Frage nach Kraftstrom für die elektrisch betriebenen Hilfsmotoren überaus unwirsch reagiert habe. Daraufhin sei die Gruppe geschlossen aus der Lokalität abgezogen. Es mag sein, dass der Betrieb sich hinsichtlich der Kundenfreundlichkeit von früheren DDR-Personal hat beraten lassen.

Nachdem alle ihre Zeche bezahlt hatten, traten wir  nun bei Regen wechselnder Intensität die Heimfahrt an, pausierten auf dem Heidhof, statteten Brunos Grab keinen Besuch ab, obgleich der Weg in der Nähe vorüber führte, und rasten dann den Berg nach Bruckhausen hinunter. Hier begann, wie sonst auch, die Gruppe zu zerbröseln. Es ist jedoch anzunehmen, dass alle gut zu Hause angekommen sind.

Vom Navi verlassen Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Vom Navi verlassen Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Hier hatten mich sowohl das Navi als auch das Gedächtnis  für einen Moment verlassen. Die hundert Meter Wiese waren nicht vorgesehen, das möge man mir nachsehen.

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