Bericht: Radtour – Baumkreisroute


Der Weg ist das Ziel!

Gedanken beim Radeln und zum Radeln

schwingen wir uns all donnerstäglich aufs Fahrrad und radeln je nach Jahreszeit und Wetterlage 60 bis 100 km, und das  nicht der Umwelt wegen, sondern??? Antwort: Weil es Spaß macht, und in einer „Spaßgesellschaft“ sucht man logischerweise auch Spaß, und wenn das nur ein Donnerstgsspaß ist. Wem das nicht reicht, dem springen im Tourenpro-gramm des ADFC jede Menge Touren und „Tourchen“ an, sozusagen ein Spaßprogramm.

Foto: Harald Joswig, ADFC

Da gibt es allerdings einen Einwand: „Dawaichschon“, „daskennich“. Hochdeutsch: „Da war ich schon, das kenne ich“. Zugegeben sei, dass wir nicht heute eine Runde um Paris drehen und morgen durch den Schwarzwald radeln und übermorgen die Lüneburger Heide ansteuern. Ferner sei zugegeben, dass im Laufe der  Zeit nahezu alle Wege im Umkreis von fünfzig Kilometern bekannt sind. Will man neue entdecken und fährt einfach mal so los, landet man auf einem Bauernhof, an einem Wassergraben oder auf einem Matschweg, was dann nicht allen Spaß macht. Mithin: Keine Experimente, auf bekannten Wegen bleiben! Was ist nun das Spaßelement an unserer Radelei?

Foto: Harald Joswig, ADFC

Gewiß nicht der Gegenwind, mit dem wir es am vergangenem Donnerstag (14.6.18) zu tun hatten, bei dem man den Windschatten eines von einem/r Elektromotor unterstützten Rad-fahrers bzw. Radfahrerin  ausnutzen konnte. Auch der Weg erwies sich nicht als so ganz neu, wenngleich die vielen Rechts- und Linksabbiegungen zu einer gewissen Orientierungs-losigkeit führten, so dass alle plötzlich an einem See standen. „Wie heißt er?“ „Lohheidesee, so und nicht anders,“ wussten einige ganz Kundige den Unkundigen zu sagen. „Ja, da wamma schoma“, nur von der anderen Seite vor weiß-ich-wieviel Wochen. Trotz aller Mühen des OTL, fahrbare Wege zu entdecken, ist und bleibt es bei 50 km Umkreis hier der Niederrhein, die niederrheinische Landschaft, da ein Stück Ruhrgebiet, jedenfalls nicht die Lüneburger Heide. Immerhin gelang dem Fatrofü eine Überraschungen: Am Kloster Kamp schleuste er uns Radler durch den bekannten Garten, zwang uns sozusagen einen Blick aus der Nähe auf die dortige Gartenkultur auf.

Was ist nun das Spaßelement, wenn alles, wie man meinen könnte, bekannt ist?  Vielleicht die Einkehr in der Bäckerei Berns, irgendwo linksrheinisch? Oder ist es die Bewegung durch Feld und Wald, wobei dann und wann doch schon einmal bisher nicht Gesehenes entdeckt wird? Das mögen wichtige Faktoren für den Spaß sein, aber entscheidend ist wohl dass Zusammensein mit anderen. Das könnte ich  natürlich auch in einer Skatrunde, dem Kegel-, Kleingarten- oder Gesangsverein haben, doch da säße ich eine oder zwei Stunden mit nur ein paar Menschen zusammen, und wenn mir aber deren Gerede auf den Geist geht, kann ich nicht einfach weglaufen. Zudem ist es schwierig, überhaupt in so eine Gruppe hineinzukommen.

Foto: Harald Joswig, ADFC

Anders bei Radeln. Wer um 10 Uhr zum Rathaus Voerde kommt, kann sich einfach dazu gesellen und man „quatscht“ miteinander über Fahrradbremsen, Kochrezepte, Urlaub und die Schlechtigkeit der Welt. Wenn mir jedoch die Ansichten des augenblicklichen Gesprächspartners, -partnerin lästig sind, – spätestens nach der nächsten Kreuzung ist ein anderer Radelnder  neben mir. Wenn ich will, kann ich auch für mich so daher fahren und meinen Gedanken nachhängen, wie zum Beispiel diesen.

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