Bericht: #Radtour – #Dampfbierbrauerei Borbeck

Dampfbierbrauerei Foto: Wolfgang Beier, ADFC Dinslaken-Voerde

Auf zur Dampfbierbrauerei in Essen! Das war das Ziel des donnerstäglichen Raudausfluges in der 15. Kalenderwoche. „Dawammaschon“, sprachen einige und meinten damit, dass das schon einige Male der östliche Wege- und Wendepunkt eines Radausfluges war. Was die Brauerei jedoch mit dampfenden Bier zu tun hat, wusste niemand dem Schreiber dieser Zeilen darzulegen.

Dampfbierbrauerei Borbeck Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Dampfbierbrauerei Borbeck Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Also erst einmal hinfahren und sehen, was es zu sehen geben könnte. Dampfendes Bier?  Dass dort edler Gerstensaft in einen gasförmigen Aggregatzustand umgewandelt wird? Kaum zu glauben, zumal es sich bei dem Betrieb um ein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen handelt, wie man allein schon an der Speise- und Getränkekarte sehen konnte.

Vor Ort fand sich auch keine Erklärung, so dass von Wissensdrang beseelt ein Steinzeitmensch im 20. Jahrhundert zu Meyers Grosses Taschenlexikon (Aufl. 1987)  greift und findet NICHTS. Bleibt das allwissende Wikipedia, und der PC-Nutzer erfährt dort, dass die Bezeichnung von einer Schaum erzeugenden Phase bei dem Brauvorgang hergeleitet ist. Manche Bierproduzenten setzten um die Jahrhundertwende bei der Herstellung Dampfmaschinen ein und wollten mit der Bezeichnung „Dampfbrauerei“ Modernität signalisieren. Weil die Herstellung von „Dampfbier“ preisgünstiger war, hieß man es auch „Arme-Leute-Bier“. So viel zur Dampfbrauerei.

Der überaus ortkundige Tourenleiter (TL) verstand es, die einundzwanzig Personen große Gruppe, bei der erfreulicherweise auch der OTL war,  auf Wegen, die manchen nicht bekannt waren, durch die Stadt Essen zu führen. Sie murmelten, um bei der Wahrheit zu bleiben, nichts von „Dawammaschon“. So etwas will bei routinierten Donnestags-DauerRadlern schon etwas heißen. Die Steigungen bis zu 100 Höhenmetern waren mühelos zu bewältigen, das allgemeine Fahrtempo zwar nicht beschaulich, aber auch ohne ElektroSchubhilfe durchaus leistbar. Hätte der TL darüber hinaus für etwas höhere Temperaturen gesorgt, wäre es ein super-perfekter Vier-Sterne-Radausflug geworden.

So blies den Radelnden ein ständiger Wind aus östlicher Richtung entgegen, der aber insofern nicht demotivierend war, als man lange Zeit auf Waldwegen fuhr.  Später war der windige Widerstand kaum zu spüren. Abwechslungsreiche Parks, Häuser verschiedener Bauepochen in den Häuserzeilen links und rechts, sowie der Straßenverkehr ließen mögliche Beschwernisse nicht ins Bewusstsein treten.

Nachdem jede*r, der/dem der Sinn danach stand, in der Dampfbrauerei-Gastronomie genügend

Pause HOAG Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Pause HOAG Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

gegessen und getrunken hatte, traten alle den Heimweg, genauer: die Rückfahrt an. Dabei ging es am  Schloss Borbeck, einem barocken Wasserschloss aus dem 14. Jahrhundert vorbei. Das war einst die Residenz – „das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen“ – der Essener Fürstäbtissinnen. Schlichter ging es damals eben nicht. Nun radelten wir mit unseren Tausend- oder Zweitausend-Euro-Zweikreisern vorüber, rasten in ein Tal hinab, dem Hexbachtal. Einige Kilometer weiter tangierten wir  das Centro, hielten zu einer  „Telefonierpause“ ein paar Minuten lang an, um nunmehr auf wohl allen bekannter Strecke in die heimatliche Gegend zu gelangen.

Es war, das sei festzuhalten, ein Ausflug auf mitunter bislang unbekannten Wegen. Für den TL zwei Sterne für die Schulterklappe; ohne den 100 m langen Engpass nahe der Fernewaldstraße kämen drei Sterne infrage :).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.