Bericht: Radtour – Dünencafe Wissel

Dünen Cafe Wissel Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Dünen Wissel Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Dünen Wissel Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

„Dawaichschon“, wenn ich von etwas exotischen Reisen erzähle, ist da immer jemand, der das sagt, z.B.:. „New York? Dawaischon mit dem Kegelausflug“. Kusadasi, Pristina, Pistoia – immer das „Dawaischon“. „DÜNENCAFE IN WISSEL“? Schon tönt es im mehrstimmigen Chor „Dawammaschon“. Als ich die Ankündigung gelesen hatte, hatte ich auch so für mich gedacht „dawaichschon“, konnte es sogar belegen: Es war im August, 2012, mit dem OTL. Damals war ich ein Greenhorn unter den Do-Faherern*innen. Heuer war es anders. Viele Mitradler*innen waren mit den Örtlichkeiten geradezu vertraut, waren sie doch erst vor kurzem dort gewesen, kannten alles wie Hundebesitzer die Wiese, auf die sie Pfiffi zum Kacken führen. Dort, in dem Café (! – nicht auf jener Wiese), gab es denn Kaffee und ordentlichen Kuchen zu gepflegten Preisen. Doch nach etwa 50 gefahrenen Kilometern mit leichtem Wind von vorn schwindet die Knauserigkeit sich selbst gegenüber, wie man sich  nach einem anstrengenden 110-km-Radausflug bei einem „Weizen“ oder großem „Pils“ nicht besonders um den Preis kümmert.

See Wissel Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

See Wissel Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Auf den zurückgelegten Kilometern hatten wir nicht nur an dem Wasserbecken bei Xanten gehalten, in dem manche mit ihren Füßen herumplanschen mussten oder wollten, des Herrn Kneipp eingedenk, wir waren auch an den riesigen Baggerlöchern vorbei gefahren, die man heute, mit Wasser gefüllt, sehr euphemistisch „Xantener Nordsee“, bzw. „Südsee“ nennt. Es waren ja einmal landwirtschaftliche Nutzflächen. Auf „verkehrsarmen Wegen“ radelten wir an Kalkar vorbei, auf Wegen der Güteklasse eins und zwei, durch Feld und Wäldchen zu dem Ortsteil Wissel. Ca. 2000 Einwohner sollen dort ansässig sein, zu denen dann aber wohl noch ein paar tausend ZweitWohnungsbesitzer kommen mögen, und wo es früher einmal eine Tabakindustrie gegeben haben soll. Durch ein Gewirr von Gassen und Sträßchen führte der mit der Führung betraute Tourenleiter den „Verband“ von 29 Radlern zu dem eingangs genannten Etablissement, dem „Dünencafé“. Auf die Dünen wiesen Kenntnisreichen hin. Man hätte sie sonst sicherlich übersehen.

Nach längerer Pause traten wir den Rückweg an. Als Dauer-Radler sind bei einer solchen Tour völlig neuen Wege natürlich nicht zu entdecken: Da der Schnelle Brüter, dort die Rheinbrücke, dann die ehemalige Bahntrasse usw. Nicht dass man stumpfsinnig dahertrampelnd

Kilometer frisst, sondern man quatscht, man „kommuniziert“ miteinander, mal mit dieser, mal mit jenem. Doch gab es nun vor den Toren der zwischen 500 und 900 n.Chr. gegründeten Stadt Rees eine Unterbrechung. Es wurde jedem*r ein Näpfchen Medizin kredenzt. Alsdann prostete* man nicht nur auf das Wohlergehen eines neuen Menschleins, eines transatlantisch geborenen Enkelkindes, sondern auch den mitfahrenden, „frisch gebackenen“ Großeltern zu.

Im Verlauf der weiteren Fahrt wandten sich einzelne der nahen Heimat in Schermbeck, Xanten oder Wesel zu, so dass der Verband langsam zu einer „Gruppe“ zusammenschrumpfte, und es waren nur noch ein paar, die den Ausgangspunkt der Tour ansteuerten.

* „prost“ – pro sit: es möge nützen / gut sein

 

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