Bericht: Radtour – Fat burning trip

„Boxen-Stopp“ am artesischen Brunnen am Schloss Gartrop Foto: PDs

Las ich doch letztens in verschiedenen Veröffentlichungen deutscher Herkunft Worte wie „beauty sleep mask“, „foundation and concealer“, „lowrider“ und „E-Bike“. Dem fügte ich von so viel englischer Sprachkenntnis beeindruckt und angestachelt den Begriff “ fat burning trip“ hinzu.  Alles bekannt, oder? Wenn nicht, ist auch nicht schlimm, wenn doch schlimm, greife man wie frau zu Herrn Langenscheidts Wörterbuch oder bediene sich des smarten Handtelefons mit einem darauf zu findendem Übersetzungsprogramm. Bei dem  letzt genannten Begriff ist das jedoch nicht nötig und möglicherweise ein nicht von Erfolg gekröntes Bemühen. So will ich ihn erläutern. Er betrifft, das sei gleich verraten, unser ADFC-Tourenprogramm, in dem dieses Ereignis zum dritten Mal auftaucht, bisher allerdings in der Regel in der uns vertrauten Sprachform, der Muttersprache, und heißt dann übersetzt „Fettverbrennungstour“. Dieser Begriff ist weder bei dem allwissenden Wikipedia, Google noch Duden oder gar bei dem Herrn – oder der Frau? – Langenscheidt zu finden.

Irre ich mich? Egal, ich komme zu dem Event – pardon: Ereignis – Fettverbrennungstour oder Fat burning trip. Die ganze Leserschaft einer hiesigen Zeitung war von dem Vorhaben informiert, die ADFC-Mitglieder wie die gelegentlichen „Gäste“ konnten es im weltweitem Netz zur Kenntnis nehmen: Fettverbrennungstour am Freitag nach Weihnachten.

Selbstredend fand von der jahrelangen Routine abweichend am Donnerstag der 52. Woche keine zig Kilometer lange Tour statt, weil dieser Tag von den meisten ein mit Traditionen und Gefühlen beladener Feiertag ist. War diese ADFC-Rundfahrt nun auch tausenden Lesern*innen wie E-Mail Nutzer*innen mitgeteilt, stellten sich der Herausforderung, fünfzig Kilometerchen zur radeln, zum großen Glück für den Veranstalter, also für mich, nicht hunderte, sondern nur vierundzwanzig Radler*innen. Sie versammelten sich in Voerde an der Schrottsäule vor dem Rathaus.

Nach der Einkleidung mit gelber Sicherheitsweste und der gewohnten Registrierung mit Hinweis auf Wichtiges, Unwichtiges und Datenschutz startete der Tross. Von einer Wegbeschreibung nehme ich Abstand. Die Leserinnen wie Leser unserer Region würden dieses Schriftstück zur Seite legen, die Mail löschen oder sonst wie gelangweilt das Weitere unbeachtet lassen, was mir doch wichtig ist. Also sage ich nichts zu der Hünxer Schleuse, deren Stahlgerüst in den grauen Winterhimmel ragte oder von dem Gartoper Schloss, das vor uns, von blattlosem Buschwerk und stillem Gewässer der Gräften* umgeben, auftauchte. Was soll ich mich auch über die Bunkeranlage verbreiten oder Brunos Ruhestätte, in deren Nähe wir vorüber fuhren. Ich lasse es. Nur soviel sei erwähnt: Sehr viele vermochten es nicht, auf ihren Hilfsmotor  zu verzichten, so dass für sie bedauerlicherweise das eigentliche Radel-Ziel, Fett-Verbrennung, mit Sicherheit unerreichbar blieb.

Als wir schließlich nahe dem Ausgangspunkt dieser kleinen Rundfahrt anlangten und kurz in der City von Voerde anhielten, hatten sich schon vier oder fünf Mitradler*innen verabschiedet, weil der geplante Weg nahe ihrer Wohnstätte vorüber führte. Das nahm ich, so muss ich gestehen, mit großer Erleichterung zur Kenntnis, hatte ich doch dem „Griechen“ Platz nur  für zwanzig Kommende abringen können; für mehr sei an diesem Abend kein Raum mehr vorhanden, hatte er mich einige Tage zuvor wissen lassen. Als dann aber, fast(!) unerwartet sich doch noch einige zu uns gesellten, die sonst donnerstags mit „von der Partie“ zu sein pflegen, oder auch nur mal wieder Kontakt zu ihrem ADFC suchten, wurde es eng – und laut, so dass sich der Verdacht aufdrängte, einige hätten ihre Hörgeräte vergessen.

Bevor ich eine Auswahl der viertausenddreihundertzwanzig  – waren es mehr, waren es weniger? – Fotos unseres „Touren-Fotografen“ zeigte, erhielten NN♂ und NN♀ als Kilometerkönige Ehrenurkunden, und dann konnte reichlich gespiesen werden. Mit Taverna Mykonos Salat, Gyros mit Zaziki, Kreta Teller oder andern Köstlichkeiten stand alles zur Verfügung, um sich über den Sättigungsgrad hinaus vollzustopfen, beziehungsweise  ein durch die zurückgelegten Kilometer vielleicht entstandenes Hungergefühl zu  stillen. Dass hinreichend Bier zur Verfügung stand, sei am Rande bemerkt. Bei der nun folgenden Bilderreihe aus dem bald zurückliegendem Jahr 2019 erkannten sich man wie frau manchmal wieder, manchmal war es dagegen schwierig, die Bildumgebung geografisch einzuordnen.

Wann der Abend schließlich endete, weiß ich nicht, aber trotz der unerwartet großen Teilnehmermenge, verlief der Abschluss des Fat Burrning Trips ohne Störung – und sehr wahrscheinlich ohne Gewichtsverlust.

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*Gräfte ist die westfälische Bezeichnung für einen Wassergraben,

 

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