Bericht: Radtour – Gietmanns Scheune und Plaggenhütten


Kalt war es

Kalt wird es, das wusste jede*r. In einer der Tour vorausgegangen Mail konnte der des Lesens Kundige einen entsprechenden Hinweis lesen. Trotz niedriger Temperaturen fanden sich unweit der Schrottsäule auf dem Voerder Markt vor dem Rathaus sechzehn Personen ein, mit „Farrat“, wie man so sagt und nicht schreiben soll. Mit diesen „Nicht-Weicheiern“ radelte ich als dazu bestimmter Fatrofüh auf etwas anderem Weg 6,46 km zum Haus Erika, wo uns vier weitere gelb Bewestete erwarteten. Damit bildeten wir nun ganz deutlich und für jeden informierten Wagenlenker einen richtigen Verband, was erfreulicherweise nahezu alle berücksichtigten bis auf ein Bäuerlein, das seine schlichte Hupe gebrauchend freie Fahrt für sich forderte.

Nach Querung des Rheins über die nunmehr dritte Nachkriegs-Rheinbrücke erwartete uns am „besten Hotel“ von Büderich (vgl. Internet) ein weiterer gelb bewesteter Mensch aus Xanten. Nun führte der Weg eine Weile an dem träge dahin fließenden Rheinstrom und den auf den Wiesen  parkenden sibirischen Gänsen entlang. Niemand verfiel in kindliche Verhaltensmuster (Regression) und schreckte sie durch Geschrei auf. Er bzw. sie hätte damit die herbstliche Idylle zerstört. Gleichwohl hielten unzähligen Gänse von uns Daherradelnden gebührend Abstand.

Feuerstelle Plaggenhütten

Die Suppe ist fertig! Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

In Alpen, heute ein Ort, der von Ackerland fressenden Einfamilienhäusern umgeben ist, pausierten wir, weil hier die Ortskundigen einen „stillen“ Ort kennen, wo „telefoniert“ werden konnte. Auf der Höhe hinter dem Städtchen angekommen, gab ich ein paar Wort zur Landschaftsformation kund. Sie ist, wie man wissen muss, von der sogenannten Saale-Eiszeit vor 780 000 Jahren durch oder aus der Endmoränen geformt. Und unser Leben? Es währet nur 80 Jahre ….

An den Plaggenhütten angekommen gab es weitere Informationen zu deren Geschichte. So soll niemand behaupten, dass wir ADFC-Radler nur kulturbanausig durch die Gegen rasen, wie Affen durch den Wald, und uns besaufen würden, wie man es den Alten Germanen nachsagt. Zu Letzterem sei angemerkt, dass wir seit Längerem in einer sehr trockenen Phase leben bzw. radeln. Dieses nur nebenbei.

Durch eine Umkürzung mit vier zusätzlichen Kilometern gelangten wir

Werkzeuge

Werkzeuge Plaggenhütten Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

schließlich pünktlich an der Scheune an, die in Wahrheit gar nicht mehr als solche dient: Ein Café ist es, das sich „Gietmanns Scheune“ nennt. Angemerkt sei, dass eine weitere Person aus unserem radlerischem Umfeld wenige Kilometer vorher zu uns gestoßen war.

Nach der Einkehr dort wandten wir uns der Heimat zu. Ein kühler, nicht mehr kalter Ostwind blies uns entgegen. Bis auf die oben erwähnte Begegnung mit dem Bäuerlein ereignete sich nichts Erwähnenswertes  mehr. Zu beanstanden wäre nur, dass der arme Fatrofüh ohne elektrisch betriebenen Hilfsmotor versehen bei Brückenauffahrten und manchen kurzen Steigungen auf einmal die Meisten derer, die an und für sich ihm zu folgen hätten, von hinten sah. Dass bei einem Stopp die Fahrräder stets am Wegesrand geparkt wurden, sei wiederum als ein sehr lobenswertes Verhalten zu erwähnen. Wie schon bei früheren Touren beendete ich als Fatrofüh mein „Amt“ am Lippeschlößchen, so dass sich nun frei von aller Gruppendisziplin jede*r davon machen konnte, wie es ihr oder ihm passte.

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