Bericht: Radtour – Hamminkeln ruft uns


Am späten Nachmittag sollte es Regen geben, zudem war heftiger Sturm angesagt. Des ungeachtet kam wieder eine radellustige Schar zusammen. Nicht hundert Kilometer waren vorgesehen. Mit sechzig, ein paar mehr oder weniger, sollte es wohl genug sein. Zu dieser Jahreszeit und bei den Lichtverhältnissen muss man sich damit schon zufrieden geben, was manchen als zu gering erscheinen mag. Aber sei es drum! Gleichwohl kann man sich auch bei solchen kurzen Distanzen über das Versagen der Regierung, über Magurabremsen oder das Wetter unterhalten. Ein intensiver Meinungs- und Erfahrungsaustausch wurde dadurch begünstigt, dass der Gl asphaltierte Wege ausgesucht hatte oder sie ihm vom OTL anbefohlen worden waren. Es konnte also nichts schief gehen oder in grundlosen Schlammlöchern versinken, auch die Stimmung nicht.

Als Stätte der Einkehr war die bekannte Großbäckerei in Hamminkeln vorgesehen, in der nicht nur die mit Elektro-Hilfsmotor Ausgerüsteten sich aufwärmen, sondern alle ihren Hunger und ihr Verlangen nach Capuccino stillen konnten. Mit einem bei Touren in der Winterzeit willkommenen und jedem angebotenen Tröpfchen Alkohol, von Schokolade umhüllt, endete die Fahr-Unterbrechung.

Nun wehte der Wind uns Radelnden erwartungsgemäß kräftig entgegen, allerdings in einer geringeren Stärke, als es nach den Angaben des SmartphonWetterradars zu erwarten gewesen war. Einige der Radler saßen auf vom Elektromotörchen unterstützten Fahrzeugen und konnten so jenen Windschatten  geben, die das zu nutzen wussten.

Dass alle Wege, über die der Gl den Tross lenkte, bekannt und mitunter schon mehrfach gefahren worden waren, sei am Rande erwähnt. Daher konnte denn auch der Haltepunkt am Auesee keineswegs irgend etwas Neues bieten, es sei denn, man bezeichnet das sich nun Ereignende so oder  als eine “Überraschung”. Es war eine,  die nichts speziell mit diesem geographischen Ort zu tun hatte, wie etwa ein Echo mit einem bestimmten Tal oder die Externsteine mit einem bestimmten Stand der Sonne.

Einer der Radelnden ließ die anderen  an seiner, in einer Flasche abgefüllten Medizin teilhaben (s. Foto oben). Jeder, der bzw. die wollte, erhielt ein Näpfchen eben dieser  in  Italien hergestellten Medizin in solcher Menge, wie sie einem vom Hausarzt beispielsweise als Hustenmittel verschrieben wird. Dieses Dargereichte war allerdings kein Husten-Heilmittel, sondern  eine Medizin, (prophylaktisch = vorbeugend) gegen Magenverstimmung geeignet, denn es hätte ja sein können, dass sich jemand in der Großbäckerei durch übermäßigen Sahnekuchenkonsum den Magen hätte verdorben haben können. Mithin war die Medizinausgabe ein karitativer Akt, für den dem fürsorglichen Mitradler Dank gebührt. Dass der Spender seinen zurückliegenden  Geburtstages dabei erwähnte, ist als rein zufällig anzusehen.

Die Wetterlage drohte noch unwirtlicher zu werden, weswegen der Gl beschloss, nicht noch durch die Rheinauen zu fahren, sondern auf kürzestem Weg nach Hause zu kommen. Einige, die in Wesel beheimatet waren, hatten sich schon mit “Tö-Rufen“ davon gemacht.

Die erwähnte Medizinausgabe hatte eine zeitliche Verzögerung bei der Rückfahrt mit sich gebracht, wodurch der angesagte, spätnachmittägliche Regen vielleicht doch noch den einen oder anderen erreichte.

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