Bericht: Radtour – Keine gewöhnliche Do-Tour – ABC Tour


Atemberaubend, aufregend, dramatisch, erregend, faszinierend, fesselnd, interessant, mitreißend, packend, Spannung erregend, spannungsgeladen, spannungsreich, spannungsvoll

 Dreizehn Begriffe, die unter dem Stichwort „spannend“ zu finden sind, „Synonyme“ genannt. Womit wäre die Do-Tour zu beschreiben? Sie war jedenfalls nicht langweilig, und das hätte sie möglicherweise werden können, wenn alles so gekommen wäre, wie der Fatrofü, W.B., es geplant hatte: Verkehrsarme, befestigte Wege durch eine freie Landschaft, in der mit Wegsperrungen nach „Friederike“ (=heftiger Sturm) nicht zu rechnen war,  Einkehr in der 2000 Jahre alten niederrheinischen Römer-, Dom- und Siegfriedstadt Xanten und dann mit „Telefonpause“ am NABU-Zentrum Bislicher Insel nach Wesel, schließlich nach 57 km am heimatlichen Fahrradschuppen. Nein, so wurde es nicht, so war es denn nicht, es wurde A) interessant, B) interessant und mitreißend bis dramatisch und C) atemberaubend, aufregend und spannungsvoll. Kurz: eine spannende Radtour, die nicht so schnell aus der Erinnerung gelöscht sein wird.

Wir leuchtend gelb gedressten Radler starteten nach der Registrierung, wie neuerdings vorgesehen am Rathaus der jungen Stadt Voerde mit einer Runde um die Schrott-Säule auf dem Marktplatz.

Munter schwatzend oder schweigend landete der Tross unversehens vor einer Blockierung des benutzungspflichtigen Radweges auf der Straße AM INDUSTRIEPARK. Dort wurde gebuddelt. Für Radfahrer gab es keine Absenkung oder Beschilderung. Nichts. A:) Interessant war nun, wie die Buddler, auf die Gefährdung der Radfahrer hingewiesen, reagierten: Gar nicht. Wie sollten sie auch, so muss man sich verdeutlichen, als gewöhnlich Auto fahrende Lochschaufler an die Nöte von Zweiradfahrern denken, dazu noch ohne diesbezüglichen, dienstlichen Hinweis. Vielleicht holt das die Stadt Voerde nach, die über Gefahr informiert ist.

An und für sich wollte der Fatrofü durch die reizvolle Rheinaue fahren. Nach ausführlicher Diskussion mit den Tn (Teilnehmerinnen, Teilnehmer) änderte er die Route. Wie sich herausstellte, war das eine gute Entscheidung, denn der Pegel stand auf 8,40m, mit steigender Tendenz. Hochwasser, und das war von der Brücke aus sehr deutlich zu erkennen: überall Wasser, das uns aber nicht behindern sollte, die wir hinter und auf dem Deich radelten und dann in die Ebene nach Westen abbogen, auf einem befestigtem Feldweg fuhren. Doch da war auf einmal Schluss. Die sich nun ergebende Situation ließe sich mit B) beschreiben. Umgewehtes Gesträuch und Gehölz versperrten den Weg. Halten, Pause machen, überlegen, was tun? Einige der Tn, zu denen auch der Chronist gehörte und sich dabei die Hose versaute, versuchten beherzt Durchfahrten zu schaffen, lediglich bei der letzten Sperre hätte man drei Meter das Fahrrad  am Feldes Rand durch Schlamm schieben müssen. Diskussion.

Der Fatrofü entschied, so protestierendes Geschrei vermeidend, einen anderer Weg, zu nehmen, eine „Umkürzung“.  Der nun noch zu überquerende Hügel war mit seinen etwa 65 m üNN kein Hindernis mehr, so dass alle wohlbehalten die Stadtmitte von Xanten erreichten.

Nach einstündiger Pause sollte es am Rhein gen Heimat gehen. Entgegen kommende PKW machten nicht nur den Fatrofü glaubend, dass der vorgesehene Weg befahrbar sei, zumal keine anders lautenden Schilder zu sehen waren. Und dann kam es zu Situation C): Die Straße war überflutet. Zwei Tn wollten nichts riskieren, weder Sturz mit Bad, noch nasse Füße;

sie suchten einen trockenen Weg und verschwanden. Die anderen ließen sich auf die C-Situation ein und durchquerten die Fluten. „Fahren, fahren, nicht absteigen!“ rief man einander zu, als ob das die Alternative gewesen wäre. Wohlgemut setzten sie die Fahrt fort, bis in einer nächsten Überflutung die Fahrbahn verschwand, und an dem Wasserstand bei den Zaunpfählen konnte man es  unschwer erkennen, das war, wie man so sagt, „schlicht und ergreifend“ zu tief für nur mit Warnweste angetane Fahrradfahrer. Also zurück zur B 57 und dann am Deich oder auf dem Deich zur Rheinbrücke Wesel und weiter trockenen Reifens nach Hause. Statt 55 km waren es dann mit den ganzen Umkürzungen 67 km geworden.

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