Bericht – Radtour: Kloster Kamp


Das Wetter war usselig. Nach landläufiger Definition heißt das, es besteht eine nass-kalte, nieselige, graue und kalte Wetterlage. So war es an dem Donnerstag, und man hätte  meinen können, das nur eine handvoll Menschen, also nur fünf, oder noch weniger, sich zum Radfahren einfinden würden. Weit gefehlt. Siebzehn waren es! Das „muss man sich reinziehen“! Wer meint, die Donnerstags-Radler seien Warmduscher oder gar Weicheier, der und die irrt sich gewaltig. So hatte der RTL* einen richtigen Troß zu leiten.

Ohne Murren tat er das denn auch und führte alle zunächst zum Anleger der Rheinfähre Walsum. Dort erwartete zur allgemeinen Überraschung NN die Radler. Sie sei, so sprach sie, jedoch nicht willens, mitzufahren, denn Tags zuvor sei sie als leidenschaftliche Radlerin derart vom Regen durchnässt worden, dass sie nur hier sei, um alle zu begrüßen und sich dann wieder der Heimat zuzuwenden.   Wäsche vom Vortag sei noch zu trocknen. So überquerte man ohne sie mit der Fähre den Rhein nach Orsoy.

Von dort führte der RTL die Radelnden um den Ort auf donnerstags sonst nicht gebräuchlichen Wegen und dann, wieder auf bekannten, nach Rheinberg. Zum Sahnehäuptchen? Mitnichten.

Man ließ es recht liegen, fuhr Richtung Kamp-Linfort. Bei leichtem Gegenwind überquerte die Gruppe die Autobahn, vorbei an dem zerbröselnden Bauernhaus mit Mühle ging es in die Stadt, und jeder konnte feststellen, dass der Ort, der vom Kloster aus, das bekanntlich auf einer Höhe liegt,  eher dörflich zu sein scheint, eine richtige Stadt ist.

Am Pappel-See  war die erste Pause angesagt. Das Wetter schien sich zu bessern. Das war jedoch ein Irrtum, wie sich alsbald zeigen sollte. Nachdem alle u.a. eine mit blühenden Krokussen übersäte Wiese bewundert hatten, ging es hinauf zu dem Kloster.

Die Gruppe versammelte sich oben am Klostergarten, in dem ja in einer Voliere Vögel flattern. Nun wollte  der RTL demokratisch die Teilnehmenden darüber abstimmen lassen, ob man hier oder, ein paar Kilometer weiter,  im Bauerncafe Baerlagshof einkehren soll. Das demokratische Abstimmungsprozedere scheiterte jedoch daran, dass sich ein Teilnehmer erfrechte, autoritär alle zu nötigen, sich hier in das zum Kloster gehörendem Café zu begeben. Diese Intervention  erwies sich insofern als gut, weil noch einmal ein heftiger Regenguß kam, der dann auch den letzten Zögernden ins trockene Lokal trieb.

Der Weg gen Heimat über Alpen, Drüpt und Borth verlief weiter ohne besondere Vorkommnisse. Erwähnenswert ist nur, dass sich die Wetterlage erheblich besserte, der Wind aber auch stärker wurde, so dass er zeitweilig eine gewisse Schubkraft entwickelte. Nach 75 km war man denn wieder in gewohnter, häuslicher Umgebung.

 

/PDs 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.