Bericht: Radtour – Mülheimer Fahrradfrühling

Fahrradfrühling Mülheim Foto: Annelene Beier, ADFC Dinslaken-Voerde

Als ich Fahrradfahren lernte, und das war vor vielen Jahren, war ich der  festen Überzeugung, das Gerät, das die Schweizer Velo, die Engländer Bike („Baik“), die Italiener Bicicletta und die Griechen Podälato  (ποδήλατο) nennen, diene lediglich dazu, von A nach B zu kommen, genauer von Osterode nach Goslar. Das war eine meiner ersten „Touren“.  Dann, Jahre später, wurde ich eines Besseren belehrt. Da gab es die Bergräder, die man Mountainbikes nannte. Da ging es nicht mehr darum von A nach B oder zum Beispiel von Dinslaken nach Hiesfeld zu kommen, sondern man bretterte Schotterpisten hinunter – rauf ging das so nicht. Mit den Dingern rasten manche über Dünen oder  auf ausgewaschenen Waldwegen herum, die ich keiner Donnerstagstour zumuten würde. Man würde mich erschlagen.

Nun gut, auch eine Art der Fortbewegung. Beim Fahrradfrühling in Mülheim fiel mir geradezu der Kitt aus der Brille. Was sah ich da? Da sprang ein Mensch mit dem Fahrrad unter dem Hintern über ein 1,53 m hohes Seil und fiel nicht um, sondern hüpfte ebenfalls mit bzw. auf dem Rad auf eine Bühne! Applaus! Aber nichts für mich.  Ich fahre, wie ich es dereinst gelernt habe von A nach B, oder jüngst am Donnerstag der 22. Woche von Voerde nach Mülheim an der Ruhr,  das nicht gerade gemütlich, aber ganz normal mit krummen Buckel und nach unten treten. Nein! Wirklich auf dem Fahrrad!

Als wir an dem Feiertag bei Feiertagsverkehr auf der Friedrich-Karl-Straße in Oberhausen fuhren, war das nicht gerade ein besonderes Landschaftserlebnis. Immerhin sah ich von der Hansastraße aus einmal den Bahnhof Oberhausen, auf dem ich schon so manche Stunde wartend verbracht habe, aus einer anderen Perspektive, nämlich von hinten. Auch der Lothringer Straße konnte ich nichts abgewinnen. Doch der Tourenleiter verstand es, den Tross mit neunzehn Personen problemlos durch die ‚Ruhrmetropolen‘ zu geleiten, was alltags allerdings nicht so möglich gewesen wäre. Auch ein Stückchen Radschnellweg gehörte zu dem Ausflug.

Dann waren wir bei dem „Fahrradfrühling“ in Mülheim. Zum Ort ist nichts zu sagen, – bei Wikipedia gibt es einiges zu lesen -, aber zum „Fahrradfrühling“! Was hat ein Velo mit einer Jahreszeit zu tun? Ein Pedalist, Homo Pedàlis oder wie man ihn auch nennen mag, den Radfahrer, der fährt immer, so er oder sie kein „Weichei“ ist. Egal: Es war ein Event (= Ereignis) mit und um Zweikreiser, Volos, Bikes mit und ohne „E“. Dass bei solcher Gelegenheit auch Bier und Kuchen zu bekommen sind, sei am Rande vermerkt. Bei diesem Event nun erlebte meine bisherige oben erwähnte Überzeugung eine tiefgreifende Korrektur: Man kann mit einem Fahrrad auch springen!

Zurück geleitete uns der Fatrofüh ein Stück auf nahezu verwunschenem Waldweg zur Autobahn, durch Duisburg am Theater vorbei, bis wir schließlich auf Wegen auskamen, die den meisten überaus vertraut waren. Und es regnete nicht, obgleich beim Start alles darauf hindeutete, dass wir das Regenzeug nicht umsonst mitgenommen hatten.

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