Bericht: Radtour – nach Geldern, Donnerstag mit vierundneunzig Kilometern


Das war eine etwas lange Tour. Alle wussten es. Trotzdem und trotz der etwas ungewohnten Temperaturen fanden sich so viele Radler ein, dass wir gut und vor allem auch gern einen ‚Verband‘ bildeten im Sinne der StVO. Auch als einem der Sattel abbrach, er nicht weiter mitfahren konnte, blieb unserem Haufen jener Status erhalten. Sonneneinstrahlungen machten es zeitweilig schwierig‘ auf dem Navi den richtigen Weg zu finden, aber der KIRCHWEG in BAERL, ein Pfad nur, war in unsere säkularisierten Zeit ein so wenig benutzter Weg, dass er dem Radler nicht gerade zur Freude gereichte. Auch nach dem wir das von uns schon häufiger besuchte Kloster Kamp passiert hatten, links in den Wald in dem kühlen Schatten der Bäume auf etwa schottrigem Weg daher fuhren, stiess das nicht auf allseitiges Wohlwollen.

Obgleich nun völlig überraschend mein Navi wohl die Strecke zeigte und die leise, kaum hörbare Stimme mich rechts, links oder geradeaus zu fahren hieß, und dabei die Karte mit Wegen, Wald und Seen nicht mehr zu sehen war, erreichten wir einen traumhaften Platz, der zur Rast einlud. Ich versuchte etwas über die vor uns liegenden Stadt GELDERN kund zu tun, fand aber nur eingeschränktes Gehör.

Nun näherten wir uns eben jener Stadt, die mit dem Wiener Kongress 1815 zu Preußen gehörte, als ich mich der Bitte eines Mitradlers entsann, der – wen wundert’s – etwas gegen den Durst zu kaufen wünschte, und wir hielten an. Sodann verließen wir den Ort, um zu dem nicht mehr weit entfernten Schloss Haag zu fahren.

Hier platzte einem der Mitradler der in solchem Zusammenhang oft genannte Kragen, wegen der voraus gegangenen Verzögerung für Einkauf und Toilettengang, und ich entfernte aufgrund einer Ungeschicklichkeit die noch vor uns liegende Route. Den Mitradler zu beruhigen gelang, die Route wiederzufinden dagegen nicht. Hilfreich sprang hier der OTL ein und die Fahrt konnte fortgesetzt werden.

In AENGENESCH tat ich den Zuhörenden mein Wikipedia-Wissen kund, dass man hier 1430, also nicht gestern erst, ein Marienbild in einer Esche gefunden und eine Wallfahrtskapelle gebaut habe. „An der Esche“ steht mithin hinter dem etwas merkwürdigen Namen. Eine dazu befragte junge Bewohnerin konnte keine ergänzenden Erläuterungen geben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.