Bericht: Radtour – Qualmende Socken


Es juckt mich in den Fingern und am Klapprechner denen, die am Do nicht dabei waren, mitzuteilen, was war und was sie versäumt haben.

22.Juni, ein Tag nach der Sommersonnenwende, und wer an dem Tag schon einmal in Schweden war, wird erfahren haben, dass das für die Menschen dort ein besonderer Tag ist.

Man ist besoffen oder befindet sich in dem entsprechenden Nachstadium. Nicht so wir, die Menschen, die sich donnerstags immer oder manchmal-immer aufmachen und auf bekannten Wegen per Rad „den Niederrhein und das Ruhrgebiet entdecken“, wie es in der Programmvorlage formuliert ist.

Vierzehn Personen hatten sich eingetragen, und, so stellte später der 1. Vorsitzende mit A.R. fest, waren davon acht ohne Kästchenfahrrad. NN erwartete sogar derart hohe Temperaturen, dass sie die Sicherheitsweste ob deren Wärmewirkung nicht tragen mochte. Nachdem nun hinreichend erörtert und auch viel Unkenntnis kundgetan war, was gegenüber des gastronomischen Zentrums von Voerde entstehen könnte, rief der Fatrofü zum Start auf.

Zugegeben, es waren keine umwerfend neue Wege bis zum Ortskern Hünxe, wo um diese Zeit die hoch motorisierten Brötchen-, Müsli- und Wasserkäufer/innen wie abgesprochen eine innerdörfliche, einer  Rushhour vergleichbare Verkehrssituation organisierten. Von dort jedenfalls ging es immer zügiger auf verschlungenen Waldwegen weiter, als wollte der Fatrofü möglichst bald sich seiner vielleicht qualmenden Socken am Wassertretbecken in Gahlen entledigen. Andere der Gruppe bereiteten sich vielleicht auch schon mental darauf vor, barfüßig zu werden und sahen sich schon planschender Weise auf Kneipp-Art durchs Wasser stapfen. Doch, o Schreck und Graus, die dazu nötige Wassermenge war nicht da. Das Tretbecken fast trocken. Frust!

Der Fatrofü gestand den Gefrusteten eine gewisse Pause zu, blies dann zum Aufbruch und weiter ging es zum Cafè Selders, woselbst er in weiser Voraussicht den Tross angemeldet hatte, so dass man vor der regulären Öffnungszeit schon mit zwölf Personen rechnete. Warum nur zwölf? Weil sich da schon der der Gruppe von zehn Menschlein afrikanischen Ursprungs beispielhaft zuteil gewordene Minimierungsprozess zu wiederholen begann. Zwei verschwanden. Die anderen ließen es sich im Schatten der Bäume bei Kaffee, Kakao, Kuchen usw. wohl sein. Als sie dann aber ihren Willen bekundeten, zahlen zu wollen, verwunderten sie sich über alle Maße. Hatte man doch im Blick auf das familiäre Budget oder auf das vom Ehepartner zugestandene Wochen-Taschen- oder Sonntagsgeld Zurückhaltung geübt –  die Zeche war bezahlt! Einer, A.K., hatte darüber, dass er in den Stand des Großvaters empor- (oder ab-?) gestiegen war, alle an der Freude teilhaben lassen wollen. Und das gelang ihm. Der Dank und viele gute Wünsche von dem kleinen Tross wurden ihm, dem ganz frischen Großvater zuteil!

Unabhängig davon verminderte der Fatrofüh die Geschwindigkeit ob der hochsommerlichen Temperaturen immerhin so weit, dass niemand „vom Rad fiel“. In Wesel kam es zu einem weiteren Auflösungsprozess der Gruppe, der den der oben genannten nur wenig nachstand: Einige wollten in den Gewässern nahe der Stadt planschen, andere zogen es vor in der heimischen Hollywoodschaukel oder im kühlen Partykeller den Rest des Tages ausklingen zu lassen.

Festzuhalten bleibt, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit ohne Stopp bei 17 km/h, mit Stopp bei 15 km/h lag, man bis auf 22 m angestiegen und ca 60 km geradelt war.

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