Bericht: Radtour – Skulpturenpark Rees

Skulpturenpark Xanten Foto: Wolfgang Beier ADFC

Die Samstagtour am vergangenem Wochenende war  schon etwas Besonderes. Warum? Weil zwei

Skulpturenpark Xanten Foto: Wolfgang Beier ADFC

Skulpturenpark Xanten Foto: Wolfgang Beier ADFC

„zertifizierte“ und ein nicht-zertifizierter “ ADFC-TourGuide“ dabei waren? Weil nur sieben sich  zur Teilnahme hatten aufschwingen können? Zugegeben, die Menschen aus Dinslaken hätten den 80 geplanten Kilometern, die letztendlich 84 wurden, noch 14 km anhängen müssen. Aber sie wie alle, die nicht mitgefahren sind, haben etwas versäumt: Die Teilnahme an der letzten Tour. Sie war die letzte der, in dem vom 2. Vorsitzenden liebevoll und  aufs Sorgfältigste für das Jahr 2018 kreierten Faltblatt, aufgeführten SamstagRadtouren. Donnerstags wird weiter geradelt, und darüber hinaus kann es noch spontane geben, aber das war eben die letzte, die fest geplant war. Und die war schööön.

Keine Frage, manche der Mitradler kannten alle Wege. Für Viel-Radler, die bei den Touren dabei sind, ist es schwierig, hierzulande neue zu finden. So es sie gibt, sind sie „strubbelig“ oder enden auf einem von kläffenden Kötern bewachten landwirtschaftlichen Anwesen. Was mithin das „schööön“ ausmachte, war nicht allein das herbstliche Wetter, sondern die Aneinanderreihung von bekannten Strecken, die gelungene „Weg-Organisation“ möchte ich es nennen.

Wesel ist per Rad von Süden, wie alle wissen, nur auf zwei Wegen zu erreichen. Der kürzeste führt am Rande der stark befahrenen Bundesstraße 8 entlang, die wie ein Nadelöhr über den Lippestrom führt. Nach der Flussquerung radelten wir um das Nikolausstift herum, durch das Hafengelände zum Auesee.

Skulpturenpark Xanten Foto: Wolfgang Beier ADFC

Skulpturenpark Xanten Foto: Wolfgang Beier ADFC

Fürwahr nichts Neues. Doch der Weg ist bekanntlich das Ziel, Landschaft rechts, Landschaft links, schwatzen mit dem Menschen neben mir oder schweigend und meditierend daherradeln. Die hier in der Weite niederrheinischer Wiesen und Felder weidenden, sibirischen Graugänse sahen wir wohl, erschreckten sie jedoch nicht. Unsere gelben Westen waren für sie keine Störung. Allerdings wird man so daherradelnd hin und wieder vom Warnschrei „Gegen“ oder „Pöller“ aufgeschreckt. Hier mal ein Päuschen zum „Telefonieren“ und Verbrennen einer Zigarette, dann wieder Päuschen, um die mitgebrachte Banane zu vertilgen.

Es soll nun niemand behaupten, der ADFC sei nur ein Verband von radbegeisterten Kulturbanausen, die jedwede Berührung mit Kultur vermeiden, wie man dem Teufel Berührungsängste mit dem  Weihwasser nachsagt. Dieses wäre eine „Fake news“, wie man heute zu sagen pflegt. Wenn das jemand von der letzten Radtour behaupten wollte, wäre das wirklich eine Fake News. Das könnte ich bezeugen.

Wir durchfuhren also die Bauernschaft Woyerhof in der Nähe von Haffen, vorbei an der Villa, die sich irgendein, über gute Beziehungen verfügender, „armer“ Bundesbürger mitten in die Landschaft gesetzt hat, Richtung Rees und standen unversehens in dem Skulpurenpark, der im Jahre 2003 vor den Mauern der Stadt eröffnet worden war. Pause. Was soll ich die einzelnen Skulpturen beschreiben! Fahrt selbst hin! Muße, sie in Ruhe zu betrachten, zu umschreiten, zu berühren hatten wir, zumal der Tourenleiter wieder Tabak verbrennen wollte.

Schließlich radelten wir auf dem Uferweg an Menschen vorbei, die entweder von ihren Hunden

Arbeitseinsatz Foto: Wolfgang Beier ADFC

Arbeitseinsatz Foto: Wolfgang Beier ADFC

spazieren geführt wurden oder sich auf den Bänken von der Sonne bescheinen ließen, und landeten dann an dem Ergebnis eines umfangreichen Landschaftsumbaus, der Xantener Nordsee. Wo einst Bauern zu des Volkes Wohl Kartoffeln und Getreide anbauten, dehnt sich heute bekanntlich die Xantener Nordsee aus, touristisch gut erschlossen, so gut, dass einem nun, da der Sommer vorüber ist, immer noch Pommes mit und ohne Majo, sowie anderes zum Kauf angeboten wird.

Bei der Kriemhildmühle mit ihrem Sortiment an  Lebensmitteln und Getränken, die der Gesundheit zuträglich sein sollen, stoppten wir nur kurz  und strebten dann auf dem allen bekannten Deichweg der Heimat zu, nicht ahnend, dass uns noch eine Überraschung zuteil werden sollte. Wir radelten also, die abendliche Herbstsonne genießend, durch die Rheinaue und hielten an der Stelle, an der wir immer zu halten pflegen, so uns der Weg dorthin führt. „Biber!“ rief jemand der Unsrigen laut. In der Tat, da sonnte sich ein solches Tier, bedauerlicherweise in recht großer Entfernung; Streicheln war nicht möglich. Dann sahen wir ein anderes Bibertier ins Wasser gleiten von einem Biberbaby gefolgt. „Nein, wie süß!“ meinte jemand, obwohl das alles wirklich etwas zu weit entfernt war, um die Süßheit korrekt ausmachen zu können. Sei es drum!

Vom Rest der Tour gibt es zum Glück weiter nichts Aufregendes zu berichten. Zum Glück – weil dann dieses Geschreibsel noch länger werden würde.

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