Bericht: Radtour – Tiger&Turtle Magic Mountain

Tiger&Turtle Magic Mountain Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Zugegeben: meine Lizenz als „zertifizierter ADFC-Tourenleiter“ ist ausgelaufen. Sollte ich sie updaten, wie man heute sagt? (Und mein Klapprechner beanstandet das neudeutsche Wort nicht!) Was könnte ich da noch lernen? Einen Auffrischungs-1.-Hilfe-Kurs habe ich jüngst absolviert, ohne mich aber dadurch für Notfälle als kompetenter zu erleben. Was wäre noch lernbar? Richtig: Der zweite Vorsitzende ermahnt mich immer eindringlich, wenn ich den Verkehrsschildern nicht die gebührende Beachtung schenke. Respekt und Achtung vor den bunten Blechtäfelchen muss ich noch lernen und dass ich außerdem dem Navi mehr Aufmerksamkeit und Vertrauen zu schenken habe.

Tiger&Turtle Blick von oben Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Tiger&Turtle Blick von oben Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Damit komme ich zu der Donnerstagstour der 35. Kalenderwoche. Nach vielen, schon oft befahrenen Wegen wie die HOAG-Trasse, leitete ich frohgemut die zwanzig Mitradelnden durch den Duisburger Stadtwald, als mir mein Gerät gebot, rechts auf einen kleinen Pfad abzubiegen. Nun wollte ich den mir Folgenden zum Meckern keinen Anlass geben, der Weg sei zu steil, zu grobkörnig, zu schmal zu was-weiß-ich. Ich will ja ein guter Fatrofüh sein! Also bog ich nicht ab, um dann erkennen zu müssen: Nur eben jener Pfad führte zum vorläufigen Ziel, dem ASC-Duisburg-Restaurant. Zu meiner unendlichen Beruhigung protestierte niemand, als die Letzten plötzlich die Ersten waren. Vom Nachtigallenweg kommend, so heißt das Sträßchen auf dem der Pfad mündete, hatten wir die Koloniestraße zur Kruppstraße zu überqueren. Auch das lässt sich nicht als eine gelungene Tourenführung festhalten, und dem folgten auch noch ein paar andere kleine Irrtümerchen.

Für die Einkehr  beim ASC waren 45 Minuten vorgesehen. Wir saßen auf der Terrasse, genossen Currywurst mit Pommes, Weizen wie Pils und die wärmende Sonne. Die Weiterfahrt verzögerte sich jedoch durch „Störungen im Betriebsablauf“ um dreißig Minuten.

Planmäßig passierten wir später den Bahnhof Großenbaum, und da war niemand unter den hurtigen Radlern und Radlerinnen, die, bzw. der die Nase voll hatte und eine Heimfahrt mit der S-Bahn den weiter zu erwartenden Strapazen vorzog.

Schließlich erreichten wir den Magischen Berg mit dem an eine Achterbahn erinnernden Stahlgestell auf dem Gipfel, das der Künstler „Tiger und Schildkröte“ genannt haben will, nein : „Tiger and Turtle“. Nicht alle konnten am Tourenziel angekommen murmeln „dawammaschon“, aber alle konnten von der Erhebung aus in die Ferne blicken, dieses und jenes Gebäude identifizieren, denn die Sicht war gut. Manche kletterten Bergziegen oder -böcken gleich auf dem Gestell herum. Ein sachter Sommerwind umwehte uns.

Blick auf thyssenkrupp Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Blick auf thyssenkrupp Foto: ADFC Dinslaken-Voerde

Um mit dem Tross die Menschen in Du.-Hochfeld in ihren Autos nicht über die Maße zu erschrecken, die mir Folgenden mit roten Ampeln, verrotten Radwegen nicht zu quälen, hatte ich die Rheinquerung  auf der Bahnbrücke geplant, die auf dem Stadtplan mit RE2, RB33 und RB31 gekennzeichnet ist, Angaben, mit denen man allenfalls als Eisenbahnfahrer, nicht aber als schlichter, der Bahn abgeneigter Radler etwas anfangen kann. Zum Glück fand sich jemand unter den mitfahrenden „Gästen“, die die zwischen Buschwerk versteckte Abzweigung von der Wanheimer Straße kannte. Ich hatte selbst mit Navi diesen Punkt nicht gefunden. So überquerten wir auf einem nur für Fußgänger freigegebenem Weg den Rhein. Und niemand tadelte meine verkehrswidrige Führung.

In Baerl erwarte uns der Eismann. Einige kamen nicht umhin, sich eine mehr oder weniger große Eiskugel zu gönnen. Von da aus ging es dann zügig nach Orsoy und Richtung Heimat. Letztendlich waren es nicht 95 km, sondern nur 75 km – auch genug.

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