Draufsatteln – für besseres Klima

Fahrradklimatest 2018 Foto: ADFC

Der ADFC bittet um Beteiligung am Fahrradklima-Test. Dabei ist ein Befund vorab klar: Das Klima wird rauer, Verkehrsraum in Städten umkämpfter.

Doch, es hat sich manches getan. Es gibt mehr Radwege, schöne Strecken auf alten Bahntrassen und entlang von Ruhr und Lippe. Und Pedelecs und E-Bikes sorgen dafür, dass Gegenwind und Steigungen ihren Schrecken verlieren. Dennoch bleibt der Eindruck, dass beim Radverkehr mehr geflickt als konzeptionell geplant wird. Dabei gehört draufgesattelt. Für ein besseres Klima global genauso wie im oft belasteten Mit- und Gegeneinander von Auto- und Fahrradfahrern.

Der „Radschnellweg“ Duisburg-Hamm ist immer noch weitgehend Theorie. Wie so viele Projekte ist er vom Wohlwollen und der Finanzkraft der Kommunen abhängig. Da wird aus dem Schnellweg in Mülheim ein „Boulevard mit Aufenthaltsqualität“ – als würde man die A40 zur Spielstraße erklären. In Essen hofft man bis Sankt Nimmerlein auf Investoren, die Häuser auf die Trasse bauen, durch deren Erdgeschoss Radler flitzen. Schön wär’s. Und über Winterdienst, durchgehende Asphaltierung und Beleuchtung haben wir da noch gar nicht gesprochen. Das aber wäre geboten, wenn Radeln nicht Gut-Wetter-Vergnügen bleiben soll.

Wie großzügige Radwegeplanung aussieht, in der Radfahrer nicht dauernd mit Joggern, Gassigehern und Fußgängern um knappen Verkehrsraum kämpfen müssen, haben wir vor Augen: Wer in Holland radeln durfte, hat in Deutschland Tränen in den Augen. Gewiss: Die Niederlande haben dafür etliche Milliarden investiert. Könnte daran liegen, dass sie keine Autoindustrie bei Laune halten müssen.

Quelle: Draufsatteln – für besseres Klima | nrz.de | Meinung

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