NRZ: 18 Menschen starben bei Unfällen im Kreis Wesel


KREIS WESEL.   Kreisweit und in Dinslaken sanken 2017 die Unfallzahlen. In Voerde und Hünxe stiegen sie. Zehn der 18 tödlichen Unfälle ereigneten sich hier.

Weniger Unfälle, weniger Verkehrstote. So lautet die Bilanz der Unfallstatistik des Jahres 2017 für den Kreis Wesel. In Dinslaken, Voerde und Hünxe gilt das aber nur bedingt: Zwar ereigneten sich in Dinslaken im vergangenen Jahr rund 300 Unfälle weniger als 2016 – dafür aber stiegen die Zahlen in Voerde und Hünxe an. Und: Zehn der 18 Verkehrstoten im Kreis Wesel kamen von hier – darunter ein zehnjähriger und ein 16-jähriger Junge.

15.940 Unfälle ereigneten sich 2017 im Kreis Wesel, 260 weniger als im Vorjahr. 18 Menschen starben, im Vorjahr waren es 19. Auch die Zahlen der Verletzten gingen zurück.

In Dinslaken krachte es seltener als im Vorjahr: 2521 Unfälle (2016: 2825). Allerdings wurden mehr Menschen schwer verletzt und drei Menschen starben, zwei mehr als im Vorjahr.

In Hünxe stiegen die Unfallzahlen: Von 417 auf 438, vier Menschen starben (2016: 0) – darunter auch der 16-jährige Radfahrer, der nachts im Mai nach einer Feier auf der Dinslakener Straße von einem Auto erfasst wurde. Auch in Voerde krachte es häufiger: 727 Unfälle gegenüber 704 im Vorjahr. Dabei gab es drei (Vorjahr: 0) Todesopfer: Das einzige Kind (unter 14 Jahren), das im Kreis Wesel 2017 bei einem Unfall starb, war der zehnjährige Schüler, der an der Frankfurter/Böskenstraße von einem Lkw überrollt wurde.

An Unfällen mit Kindern sind meist die Autofahrer schuld

158 Kinder verunglückten im vergangenen Jahr insgesamt bei Unfällen im Kreis Wesel (2016: 174). In 108 Fällen waren sie selbst Verkehrsteilnehmer – die niedrigste Zahl seit zehn Jahren. Meist waren nicht die Kinder schuld an den Unfällen sondern die jeweiligen Unfallgegner, die die Kinder etwa beim Abbiegen übersehen oder ihre Vorfahrt missachtet hatten. „Motorisierte Verkehrsteilnehmer müssen immer auf Kinder achten“, mahnt Landrat Ansgar Müller bei der Vorstellung der Zahlen.

Er kündigt weitere Kontrollen auch auf Schulwegen an. Immer wieder würden Schüler erwischt, die Radwege falsch benutzen, ohne Licht oder mit nicht verkehrssicheren Rädern fahren – trotz aller Verkehrserziehung in Schulen und Kitas. Stellen die Beamten etwa Mängel an Rädern fest, werden die Eltern in einem Brief informiert. Die meisten Unfälle mit Kinder ereigneten sich allerdings in der Freizeit. Müller führt das auf die Schulwegsicherung der Polizei zurück.

Pedelecs werden oft falsch eingeschätzt

441 Radfahrer verunglückten im Jahr 2017 im Kreis Wesel (Vorjahr: 479) bei 504 (527) Unfällen. Davon waren 68 mit einem Pedelec unterwegs, zwölf mehr als im Vorjahr. Zwei Pedelecfahrer starben, einer davon in Dinslaken nach einem Unfall an der Oberhausener/Mittelfeldstraße. Bei etwa zwei Drittel der Pedelec-Unfälle sei nicht der Pedelec-Fahrer selbst schuld gewesen sondern der Unfallgegner, der die Geschwindigkeit des vermeintlich langsamen Fahrrades falsch einschätze, so Landrat Müller.

Quelle: 18 Menschen starben bei Unfällen im Kreis Wesel

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